Laden...

Kreatives Schreiben

Spontaneität, Kreativität und Selbstausdruck

Kreatives Schreiben ist ein großartiges Mittel persönlichen Selbstausdrucks. Sein Ziel ist nicht, „Literatur“ zu produzieren, sondern mittels Sprache schöpferisch zu sein. Spezielle Fähigkeiten benötigt man hierzu nicht. Vielmehr wird häufig in Gruppen geschrieben, wo die Bedürfnisse und Erfahrungen der Teilnehmer im Mittelpunkt stehen. Im Vordergrund steht immer die Freude am Tun, weniger das Ergebnis. Auch wenn kreative Schreibtechniken durchaus geeignet sind, um das eigene Schreiben zu verbessern.

Gerade in Krisen oder Konfliktsituationen wird Schreiben häufig als entlastend und bereichernd empfunden werden. Das leere Blatt – ob Tagebuch, E-Mail oder Brief – ist Dialogpartner, Reflexionshilfe und Spiegel. Oftmals sind wir überrascht, welch lebhafte Bilder aus einem spontanen Impuls oder einer Kernidee entstehen und was plötzlich aus uns „herausbricht“.

Anfänge des kreativen Schreibens

Nach Deutschland fand das kreative Schreiben Anfang der Achtziger Jahre, als Selbstfindung, Individualität und Potenzialentfaltung in aller Munde war. In Nordamerika gibt es eine viel ältere, universitäre Tradition. Dort unterrichten gestandene Autoren bereits seit dem Ende des zweiten Weltkriegs regelmäßig Creative Writing. Master-Studiengäng etablierten sich in Amerika in den 1970er Jahren und sind seitdem fester Bestand der universitären Landschaft.

Als die Welle schließlich nach Deutschland schwappte, begann sich auch im Land der Dichter und Denker die Idee zu verbreiten, dass  Schreiben nicht nur Talent, sondern auch erlernbares Handwerk ist. Auch das schulische Schreiben wandelte sich unter diesen Einflüssen.

Kreatives Schreiben in Deutschland

Die kreative Schreibbbewegung in Deutschland basiert zwar auf der anglo-amerikanischen, hat aber einen eigenen Weg eingeschlagen. Die amerikanischen Ansätze waren von Anfang an stärker daraus ausgerichtet, professionelles Schreiben zu vermitteln, während in Deutschland das Hobby und der Spaß am Schreiben überwiegt.

Dies zeigt sich u.a. darin, dass in Deutschland nur eine Handvoll Sudiengänge zum kreativen Schreiben angeboten werden, namentlich der Bachelor- und Masterstudiengang „Literarisches Schreiben“ des Deutschen Literaturinstituts Leipzig und der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ der Universität Hildesheim. An der Alice-Salomon-Fachhochschule gibt es zudem den postgradualen Masterstudiengang „Biografisches und Kreatives Schreiben“.

Therapeutisches Potenzial des kreativen Schreibens

Schreibprozesse wirken oft heilend, was Kreatives Schreiben auch therapeutisch bedeutsam macht: Schreiben ermöglicht, eigene Erlebnisse und Erfahrungen, Ängste und Wünsche auszudrücken, zu verarbeiten und – was noch wichtiger ist – zu gestalten bzw. umzugestalten. Besonders intensiv entfaltet sich diese Wirkung in Gruppen.

Kreatives Schreiben basiert auf interdisziplinären wissenschaftlichen Erkenntnissen (Literaturwissenschaft, Kreativitätsforschung, Pädagogik, Soziologie, Psychologie) und arbeitet mit zahlreichen Schreibtechniken und Schreibspielen. „Schreibenlernen“ im klassischen Sinne (Rechtschreibung, Grammatik usw.) spielt eine untergeordnete Rolle; der authentische Selbstausdruck steht im Vordergrund.

Wechsel zwischen intuitivem und bewusstem Schreiben

Die Textarbeit wechselt zwischen spontanem, improvisierendem Schreiben und bewusster, kognitiver Textgestaltung. Anfängern bietet dies den Vorteil eines spielerischen, angstfreien Zugangs zum Schreiben, während Fortgeschrittene durch gestalterisches Vorgehen ästhetische und aussagekräftige Texte entwickeln können.

Ausgangsbasis ist stets die subjektive Alltagserfahrung des einzelnen. Schreiben in Gruppen ist ein wichtiger Bestandteil und wird in Deutschland in Form von Workshops, Kursen oder Schreibwerkstätten praktiziert.

By | 2017-01-09T01:58:52+00:00 05.12.2016|

Leave A Comment